Rehabilitation in der Unfallchirurgie

Nach einem Unfall, besonders einem schwerwiegenderen, kann es schon dauern, bis ein Patient wieder auf den Beinen ist. Eine tragende Rolle spielen dabei angemessene Reha-Maßnahmen, die den Bewegungsapparat des Betroffenen wiederherstellen und ihm gegebenenfalls zeigen, wie er mit den neuen Beeinträchtigungen umgehen kann. Auch hier ist oberstes Ziel selbstverständlich die Wiederherstellung der Berufsfähigkeit, aber auch in sein Sozialleben soll ein Patient erfolgreich reintegriert werden. Je schwerwiegender die Verletzung, desto mühsamer auch die Rehabilitation – so ist es beispielsweise einfacher, einen Menschen mit Beinbruch zu rehabilitieren, als jemanden, der bei einem Autounfall schwere Verbrennungen erlitten hat oder möglicherweise sogar einer Amputation unterzogen werden muss.

Früh-, Postakut- und Weiterführende Rehabilitation

Rehabilitation ist ein langwieriger Prozess, der grob in drei Phasen eingeteilt werden kann. Zum Einen wäre da die Frührehabilitation, die unmittelbar nach einem chirurgischen Eingriff eingeleitet wird, sofern der Patient bereits körperlich in der Lage ist, Rehabilitationsmaßnahmen zu empfangen. Häufige Empfänger dieser Rehabilitation sind Patienten mit Polytrauma – sie leiden nicht nur an einer Verletzung, sondern mehreren zugleich, von denen häufig eine oder mehrere lebensbedrohlich sind. Die Rehabilitation übernimmt dabei nicht nur ein Therapeut. Sie wird von verschieden spezialisierten Therapeuten ausgetragen, damit die Bedürfnisse des Patienten vollständig abgedeckt werden können. Doch bleibt nicht die ganze Arbeit an den Therapeuten alleine hängen: Eine Frührehabilitation – so wie alle anderen Formen der Rehabilitation auch – kann nur zum Ziel führen, wenn der Patient auch eigenständig mitarbeitet und motiviert ist, die Reha-Ziele zu erreichen.

Postakutrehabilitation erfolgt zumeist in Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Der Patient kuriert sich von seiner Operation zunächst aus, bevor rehabilitatorische Maßnahmen eingeleitet werden. Der Kernunterschied zur Frührehabilitation besteht hier darin, dass häufig psychische Komponenten mittherapiert werden.

Leider Gottes ist es bei manchen Patienten nicht ausreichend, sie in einem Zyklus von Früh- und/oder Postakutrehabilitation zu behandeln. So haben Schmerzpatienten auch nach erfolgreichem Abschluss eines ersten Reha-Zyklus häufig mit Schmerzen im Alltag zu kämpfen, die fortwährend therapiert werden müssen. Hierfür werden dann weiterführende Reha-Maßnahmen eingeleitet, die den Patienten auch nach Abschluss einer ersten Therapie begleiten. Auch bei psychischen Störungen ist diese Form der Rehabilitation üblich, wie auf unserer anderen Unterseite eingehender erklärt wird.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rehabilitation

Unfälle sind nicht nur körperlich schwer zu verkraften, auch die psychische Verarbeitung nimmt viel Zeit und Mühen in Anspruch. Eine Rehabilitation folgt deshalb einem umfassenden Ansatz, der bestmöglich versucht, dem Patienten in so vielen Bereichen wie möglich das gleiche Leben wie vor dem Unfall zu gewähren. Problematisch ist dabei, dass in vielen Fällen durchaus langfristige und immer wieder aufgenommene Therapien notwendig wären – oft ist aber die Finanzierung solcher Maßnahmen durch die Krankenkasse nicht möglich. Wenn eine erste Reha-Maßnahme nach ordnungsgemäßer Beantragung und Genehmigung in der Regel vollständig übernommen wird, so ist das bei Maßnahmen, die einige Zeit nach dem Unfall erfolgen, schon schwieriger. Vielleicht stellt sich erst nach Ablauf einiger Zeit ab, dass bestimmte Maßnahmen noch notwendig wären, um die vollständige Reintegration des Patienten in sein Leben zu ermöglichen – doch die Krankenkasse ist in diesem Fall nicht verpflichtet, für die Reha-Leistungen aufzukommen. Da derartige Therapien ausgesprochen kostenintensiv sind, bleibt manchen Patienten schließlich doch die notwendige Behandlung verwehrt. Tragisch, denn in diesen Fällen kommt zu dem Trauma durch den Unfall auch das Trauma durch inadäquate Behandlung durch den Gesundheitsapparat hinzu.

Beispiele für Rehabilitationsmaßnahmen in der Unfallchirurgie

Eine Rehabilitationsmaßnahme in der Unfallchirurgie unterscheidet sich stark von dem klassischen Beispiel des Einsetzens eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks. Dies betrifft vor allem ältere Menschen, aber auch Leistungssportler können jung von einem Versagen dieser Gelenke betroffen sein, doch ist die Verletzung in der Regel absehbar und tritt nicht urplötzlich ein. Bei einer Unfallrehabilitation muss der Reha-Prozess höchst individuell festgelegt und auf die sozialen und beruflichen Umstände des Patienten abgestimmt werden. Trotzdem wird nicht einfach so lostherapiert: Zu den wichtigsten Voraussetzungen – auch für die Genehmigung einer Reha – gehören die Motivation der Patienten sowie die Fähigkeit zur Rehabilitation und nicht zuletzt eine positive Prognose. Wer trotz intensiver Maßnahmen keine nennenswerte Verbesserung erwartet, wird auch keine Rehabilitation einleiten.